Im Nachgang der Mitgliederversammlung des Hockenheimer Marketing Vereins (HMV) habe ich der Hockenheimer Tageszeitung (HTZ) ein Interview zu meinen Zielen als neuem Vorsitzenden des HMV gegeben; die Fragen stellte Matthias Mühleisen.
Wie waren Sie bis zu ihrer Wahl mit dem HMV verbunden? Hatten Sie schon mitgewirkt?
Christian Soeder: Ich habe die ersten 20 Jahre meines Lebens hier gewohnt und bin Hockenheim und den Menschen hier nach wie vor sehr verbunden. Die vergangenen vier Jahre war ich als Büroleiter in Stuttgart und in Hockenheim bei dem Landtagsabgeordneten Daniel Born tätig. Aktiv als Mitglied habe ich im HMV noch nicht mitgewirkt, aber ich war bei vielen seiner Veranstaltungen dabei und habe diese sehr genossen. Die Zusammenarbeit im Büro Born mit den HMV-Ehrenamtlichen und dem Geschäftsstellenteam fand ich immer sehr gut.
Wie kam es zu Ihrer Kandidatur für den HMV-Vorsitz?
Soeder: Nach dem Rücktritt von Bianca-Colette Riemer-Merkel wurde ich von mehreren HMV-Mitgliedern im Vorfeld der Versammlung angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, das Amt zu übernehmen. Vielleicht ist es gar nicht schlecht, dass ich vorher nicht aktiv dabei gewesen bin, so kann ich neutral an die Aufgaben herantreten. Ich musste aber eine Weile überlegen, weil das eine Aufgabe ist, die man nicht so nebenbei erledigt. Ich habe mich entschieden, dass ich sie übernehmen würde, es sei denn, es hätte sich noch jemand anderes gefunden. Es hätte ja auch sein können, dass der stellvertretende Vorsitzende Dirk Tettenborn übernehmen möchte, da er sich sehr eingebracht hatte. Mit meiner Kandidatur wollte ich auch verhindern, dass aus der Dynamik der Versammlung heraus irgendjemand das Amt übernimmt, der eigentlich gar keine Lust dazu hat. Dafür mag ich Hockenheim und den HMV zu gerne.
Werden Ihrer Meinung nach zu viele Erwartungen an den Verein herangetragen?
Soeder: Das kann ich bislang schwer beurteilen. Ich finde es gut, dass der HMV die Brauchtumsveranstaltungen betreut und bin der festen Überzeugung, dass er das auch sehr gut macht. Die Mitarbeiterinnen und die Ehrenamtlichen gehen darin voll auf, das habe ich bereits mitbekommen. Natürlich ist vieles in den vergangenen Jahren teurer geworden und auf die Kostenentwicklung muss geachtet werden. Aber im Gegensatz zu anderen Kommunen ist in Hockenheim keine Pflichtveranstaltung gestrichen worden.
Eine Frage wäre, wie der Verein am Stadtmarketing mitwirken soll, was er ja im Namen trägt.
Soeder: Einer solchen Aufgabe würden wir uns dann stellen, wenn gewährleistet wäre, dass darunter nicht die Kerntätigkeit rund um die Brauchtumsveranstaltungen leiden würde.
In der Versammlung wurde angesprochen, dass der Verein mehr für seine gewerblichen Mitglieder tun solle. Stimmen Sie zu und haben Sie da schon Ideen?
Soeder: In der Tat sind die Beiträge der gewerblichen Mitglieder ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung des HMV. Ich werde auf diese zugehen und sie fragen, welche Vorstellungen sie haben, was wir für sie tun könnten. Konkrete eigene Ideen dazu habe ich noch nicht, der Vorlauf war dafür zu kurz. Was leistbar ist, sollte der Verein dann auch angehen. Denn ein starkes Gewerbe ist zentral für eine Kommune der Größe Hockenheims. Wir haben hier im Vergleich zu anderen Kommunen ein richtig großes Gewerbegebiet, das ist eine echte Stärke und ein Vorteil, den man nicht geringschätzen darf.
Was haben Sie sich für die ersten Wochen im neuen Amt vorgenommen?
Soeder: Wir hatten am Dienstagabend schon unsere erste Vorstandssitzung, weil es einiges zu tun gibt. Zentral ist das Thema Kommunikation. Da werden wir auf jeden Fall viel mehr machen - in die Mitgliederschaft hinein und auch in der Öffentlichkeit, soweit das möglich ist. Mein Ziel ist, dass die Mitglieder bei Entscheidungen immer mitgenommen werden.